


Die Wissenschaftler nutzten den Duft, um bei ihren Probanden im Schlaf Erinnerungen an Dinge zu wecken, die sie tagsüber bei Rosenduft gelernt hatten. Die unbewusste Erinnerung an das Gelernte stärkte das Gedächtnis der Versuchspersonen.
Der Versuch stütze die Hypothese, dass das Lernen im Schlaf auf einer unbewussten Wiederholung von neuem Wissen beruhe, berichten Björn Rasch von der Universität Lübeck und seine Mitarbeiter.
Die Studie "Odor Cues During Slow-Wave Sleep Prompt Declarative Memory Consolidation" ist in "Science" (Bd. 315, S. 1426; 8.3.07) erschienen.
Blumenduft in der Tiefschlafphase
Dass sich im Schlaf Gelerntes verfestigt, ist seit längerem bekannt. Nicht restlos geklärt ist allerdings bisher, wie das funktioniert. Mit Hilfe des Rosendufts untersuchten die Forscher um Rasch die Abläufe im Gehirn nun genauer. Sie baten ihre Versuchsteilnehmer die Position von 15 Kartenpaaren auf einem Computerbildschirm zu lernen, während sie durch spezielle Masken den Blumenduft in die Nase geströmt bekamen.
Zwölf Prozent bessere Erinnerungsleistung
Dann schickten die Forscher ihre Probanden zu Bett. Einem Teil von ihnen ließen die Wissenschafter nun auch nachts den Blumenduft wieder mittels Masken um die Nase wehen, und zwar in der Tiefschlafphase. Am nächsten Morgen testeten die Forscher dann, wie viele Kartenpaare sich die Probanden gemerkt hatten. Die Rosenduft-Gruppe erinnerte sich an 97 Prozent, die Gruppe ohne Duft nur an 85 Prozent - ein statistisch bedeutender Unterschied. Durch die gezielte Reaktivierung der Erinnerungen mit Hilfe des Dufts hatten die Probanden also tatsächlich gelernt.
Hippocampus arbeitet verstärkt
In der so genannten REM-Schlafphase hingegen zeigte der Duft keine verstärkende Wirkung. Erinnerungen an Tatsachen und Ereignisse, wie etwa die Position von Karten, werden im Hippocampus verarbeitet - und der wird besonders während der Tiefschlafphase aktiviert, schreiben die Wissenschaftler. Auch Magnetresonanzaufnahmen des Gehirns zeigten eine steigende Aktivität im Hippocampus, sobald um die schlafenden Probanden der Duft der Rose verströmt wurde. Ob mit anderen, möglicherweise übleren Gerüchen ähnliche oder gegenteilige Effekte erzielt werden können, war nicht Gegenstand der Untersuchung.



