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Mut zum Schlafen

Nur wenige haben den Mut zu schlafen, wann sie müde sind. Die meisten schlafen, wenn man es von ihnen erwartet.
Theodor Fontane (1819 - 1898)

Der Business Elmayer

..."Finden Sie aber vorsichtig heraus, ob diese Form der Entspannung in Ihrem Büro erlaubt ist. Wenn es noch nicht üblich ist und Sie diese Regeneration aber brauchen, versuchen Sie Ihre Vorgesetzten und Mitarbeiter über die positiven Auswirkungen aufzuklären."

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Der Business Elmayer

Schimanski oder die (Un)Ruhe im Sternum

Es war der 20. Januar 1992 um 20.35 Uhr. So stand es später im Unfall-Protokoll. Eine eiskalte, aber trockene Nacht auf der A 43 zwischen Recklinghausen und Münster, kurz vor der Ausfahrt Coesfeld.

Ich hätte nicht mehr fahren dürfen. Ich war müde ohne Ende.
Trotzdem war der Termindruck da – und auch die 150 auf dem Tacho.

Ich weiß noch, wie ich einen alten VW-Käfer überholt hatte. Dann war für 2 bis 3 Sekunden Schicht. Sekundenschlaf.

Als ich die Augen plötzlich wieder öffnete, touchierte ich einen Trabi – woraufhin mein Wagen billiardmäßig nach rechts wegschoss. Geradewegs auf eine Leitplanke, die wie eine Rampe aus dem Boden lief.

Dann machten sich unglaubliche Fliehkräfte breit. Das Auto fing an, Kreisel zu spielen.

Und in diesem Moment – total der Situation und der Maschine ausgeliefert, und ohne zu wissen, was in der nächsten Zehntelsekunde passiert – schossen mir auf einmal vier Gedanken durchs Gehirn.

Der Augenblick war sowas von unwirklich ... Mein erster Impuls, mein erster Gedanke war: „Schimanski!“ Mir fiel kein anderer Name als der des Tatort-Kommissars ein.
Der zweite Gedanke: „Stuntman“, gefolgt von „Ist das das Ende?“.

Das allerdings kam eher beiläufig.
Dieser dritte Gedanke wurde begleitet von einem gewissen Einverständnis in die Situation und deren unabsehbare Folgen.

Diese Bereitschaft, diese innere Ruhe im Augenblick äußerster Gefahr ging vom Sternum aus.

Der Gedanke an den Tod war in dieser Sekunde nicht mit Angst und Schrecken verbunden, sondern in diesem kurzen Augenblick mit einer erstaunlichen Abgeklärtheit ...
Vielleicht war es in diesem Moment mehr ein Loslassen, ein Verschmelzen mit dem Augenblick.
Es war das Gefühl des Einsseins, die Verbundenheit mit allem, was ist, der Wegfall der Ich-Zentriertheit, des Egoismus.

Ein paar Zehntelsekunden später, beim nächsten Herumschleudern, platzte dieses „Ja“ zum möglichen Tod wie eine Seifenblase. Es wurde abgelöst durch einen vierten Gedanken: Jetzt schoss Claudia im Zeitraffertempo von links nach rechts durch Geist und Seele.

Ich erinnere mich, wie sich mein Empfinden in der Mitte der Brust wandelte,  von einem Augenblick zum anderen, wie im Bruchteil einer Sekunde die Gelassenheit des Augenblicks einer stillen Wehmut wich. Ja, wie das Einverständnis mit dem Verlust des Lebens, in den ungehörten Aufschrei kippte:
Nein, wir haben doch keinen Abschied genommen.

Die Therapeuten sagen: „Man muss eine Gestalt schließen, ein Ereignis zu Ende bringen, sich versöhnen mit etwas, was nicht abgerundet ist – sonst bleibt etwas zurück.“

Ohne Abschied, ohne eine Geste, ohne ein Wort, ohne einen Blick, ohne eine Berührung, ohne den Satz: „Ich liebe Dich“ noch einmal aussprechen zu können, ohne ihn erwidert zu bekommen, ohne noch einmal miteinander gelacht, ohne geweint zu haben ... das bedrückt, das beschwert, das verengt ganz ungemein – und zwar genau da, wo sich die Gefühle in so reicher Vielfalt vereinen: im Berührungspunkt der Seele mitten auf Deiner Brust.

Was diesem Gefühl und diesen Gedanken folgte, weiß ich nicht mehr.
Nach einigen Überschlägen rechts ins Feld blieb der Wagen auf dem Dach liegen. Ich hing im Gurt kopfüber nach unten.

Ein paar Sekunden später kamen der junge Trabifahrer und die vier Insassen des VW-Käfers mir zur Hilfe und stellten erst einmal mit vereinten Kräften mein Auto wieder auf die Räder.

Es dauerte, bis nach langem Rappeln und Zerren von 5 Helfern die Fahrertüre quietschend aufsprang.
Was ich dann – mehr im Unterbewusstsein – registrierte: Wie unendlich gut es tut, in einer solchen Hilflosigkeit Nähe und Beistand zu haben.

So streichelte mir die Beifahrerin des Käfers minutenlang sanft über den Rücken, um den Schock, unter dem ich nun doch sichtlich stand, zu lindern.

Zu diesem Zeitpunkt wurde mir auch die Existenz einer schützenden Hand überdeutlich, denn das Dach war überall eingequetscht, nur nicht auf meiner Fahrerseite.

Als das Schrottteil mit der Stahlwinde hochgehieft und abtransportiert wurde, löste sich langsam der Schock und wich einem Zittern. Seltsamerweise verschwand damit auch die Enge im Brustbein.

Später, nachts in der Werkstatt nahe der Autobahn, wuchs mein Selbstvertrauen wieder. So fiel die Entscheidung aus meinem Inneren: „Jetzt nimmst Du Dir ‘nen Leihwagen und fährst weiter. Unverzüglich. Du schaffst es schon.“

Mein Sternum weigerte sich anscheinend, dauerhafte Angst (= Enge) aufzubauen.

Zwei Dinge aber habe ich gelernt:
Ich fahre nie mehr übermüdet.
Und: Hilfe kommt immer, besonders dann,
wenn man nicht mit ihr rechnet.

Georg Rupp

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Hör- und Leseproben zum spirituellen Selbsthilfe-Programm „Das Sternum-Projekt: Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben“ von Georg Rupp unter http://www.macht-sinn.com

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